Black Magazine: The Cursed Species
Obwohl die Beats schneller und gehetzter geworden sind, die dunkle Synthetik herum die selbe geblieben ist, entpuppt sich CDATAKILLs Wucht beim zweiten Album als eine andere. Keine MCs, kein Hip Hop Flavor. Dafür viel trockenes Beatgestrüpp. Als fusionierten zwei artfremde Schichten, die sich in Zeitraffer tektonisch gegeneinander verschieben. Oben die zappeligen Breakcore-Beats, unten drunter ein Mix aus Dark Ambient und IDM-Electro-Substrat. Das hört sich in der Beschreibung ein wenig zusammengestoppelt an, ist als Musik aber dagegen äußerst locker konsumierbar, wenn auch auf den ersten Hörschein hin etwas verstörend. Das liegt aber mehr an meiner Erwartungshaltung, als an den Tracks selbst. Wenn man auf rollende Beatwände und Bass-Schwaden eingestellt ist, auf denen ein MC surft, dann ist die eckige, experimentellere Breakcore-Laptopia-Legierung schon ein anderes Kaliber. Teilweise hört es sich auch nach live eingespielten Drums an, die das jammende Moment einer DOWNLOAD/SKINNY PUPPY Liveshow ausstrahlen. Andere Tracks treiben sich lieber im HRVATSKI Fitzel-Noise Universum rum. Und wieder andere ballern dir mit Sägezahn Proto-EBM Elektronik und elastisch rotierenden Breakbeats um die Ohren. Stilistisch ist CDATAKILL in die Breite gegangen. Das hat ihn vielleicht etwas eigene Note gekostet, beweist aber einiges an Mut zum Experiment und eiterentwicklung. Die Beatverschachtelung ist komplexer, das Sound-Design sperriger und weniger vorhersagbar. Und direkt auf die Fresse gibt er dir immer noch. Mehr kann man doch nicht verlangen.